Thomas Ratzke bei der Deutschen Schülerakademie 2017 in Braunschweig - ein Erfahrungsbericht

Ich hatte großes Glück und durfte dieses Jahr auf Empfehlung von Herrn Dr. Meyer bei der Deutschen SchülerAkademie dabei sein. Hierbei handelt es sich um ein außerschulisches Programm zur Förderung begabter und motivierter Oberstufenschüler. Diese Beschreibung machte mich skeptisch – soll ich daran wirklich teilnehmen?

Es gibt jedes Jahr insgesamt 7 Akademien zu je 6 Kursen mit den verschiedensten Inhalten von Kabarett über Sprachen, Wirtschaft, Biologie und Physik bis Mathematik. Ich durfte mich schließlich zweieinhalb Wochen lang mit Mathematik, genauer der Galoistheorie, beschäftigen.

Anders als erwartet war es aber so, dass der Kurs gar keinen so großen Anteil des Programmes ausmachte. Der typische Tagesablauf sah so aus, dass nach dem Frühstück ein Plenum abgehalten wurde, in dem Angebote für den jeweiligen Tag besprochen wurden, worauf es dann in den Kurs ging. Nach dem Mittagessen gab es dann die sogenannte KüA Zeit und danach wieder eine Kursschiene bis zum Abendessen. Das Wort KüA bedeutet kursübergreifende Aktivität und ist eigentlich nichts anderes als Zeit zur freien Verfügung. An der DAS ist es aber so, dass zu KüA Zeiten vor allem Teilnehmer füreinander Programme anbieten. So konnte ich an einer KüA teilnehmen, durch die ich in wenigen Tagen lernte, einen Zauberwürfel zu lösen, besuchte bis spät in die Nacht einen Tanzkurs oder konnte in der Turnhalle sämtliche Geräte verwenden.

Ich habe mich zusätzlich für den Chor eingetragen und obwohl ich diesen komplett ohne Gesangserfahrung besucht habe, hat das Singen wirklich viel Spaß gemacht. Am Ende gab es dann auch ein Konzert in der nahe gelegenen Kirche, in dem Chor, Band, Orchester und einzelne Solisten ihre während der Akademie eingeübten Beiträge aufführten. Das Konzert war großartig, vor allem, wenn man bedenkt, dass zum Üben nur knapp zwei Wochen Zeit waren. Das Bild ist nach diesem Konzert entstanden. Wir hatten das Glück, dass an unserer Akademie ein Kabarettkurs angeboten wurde, sodass uns an einem Abend ein Kabarettist zum Lachen brachte und wir uns an einem weiteren Abend das wirklich lustige und unterhaltsame Programm dieses Kurses ansehen durften.

Nebenbei stand eine Exkursion an, bei der man sich zwischen der Besichtigung eines Schlosses, zwei Wanderungen, der Besichtigung eines Bergwerkes und einer Kanufahrt entscheiden musste. Es gab dort so viele verschiedene Angebote, dass das Schlafen etwas kurz gekommen ist. Hierfür war eigentlich der Sonntag vorgesehen, an dem es Brunch gab und an dem man ausschlafen konnte. Am ersten Sonntag fand jedoch eine Stadtführung statt, sodass mir zum Schlafen nur der zweite Sonntag von beiden blieb. Man hätte natürlich auch statt einer KüA Zeit oder abends schlafen können, aber dann hätte man einfach zu viel verpasst.

An einigen Abenden gab es ein Lagerfeuer oder eine Party. Wenn man hier den Begriff Party hört, mag man vielleicht schmunzeln, aber der einzige Unterschied zu Partys, wie man sie sonst kennt, war, dass es dort keinen Alkohol gab. Eigentlich ist das aber gar nicht wirklich aufgefallen und wir feierten immer bis spät in die Nacht hinein. Bei diesen Partys war ich zusammen mit einem anderen Teilnehmer für die Musik zuständig. Wir bauten die Boxen auf und saßen abwechselnd am Mischpult.

Es ist im Allgemeinen an der DSA so, dass vom Leiterteam zwar die Anregungen kommen, was gemacht werden kann, es aber in den Händen der Teilnehmer liegt, dies dann auch zu organisieren und umzusetzen. Dafür bietet dies auch sehr viele Freiheiten, da man nach kurzer Absprache mit den Leitern eigentlich alles machen konnte, was man wollte.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich meine anfänglichen Zweifel über den Begriff „Akademie“ wirklich sehr bereue und dass es letztendlich gut war, dass ich alles auf mich zukommen hab lassen. Ich würde auf jeden Fall, wenn man dürfte, sofort wieder an einer Deutschen SchülerAkademie teilnehmen und kann es jedem weiterempfehlen. Es war wirklich eine einzigartige Erfahrung, welche eigentlich gar nicht in Worte zu fassen ist.

Großen Dank richte ich an Herr Dr. Meyer, Herr Ried und den Förderverein des GMG, dass sie mir so eine tolle Zeit mit vielen neuen Erfahrungen ermöglicht haben.