GMGler und Pionier der Weltraumtechnik

Dr. Gerhard Hirzinger, der 1964 am GMG sein Abitur machte, ist ein deutscher Professor der Mechanik, Robotik-Wissenschaftler und war zwischen 1992 und 2012 Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. „Schon in zehn Jahren wird unsere Welt eine andere sein. Und vieles, was wir jetzt noch selbst machen, werden für uns Roboter übernehmen“, sagte Professor Gerhard Hirzinger anlässlich einer Veranstaltung in der Reihe der „heiße Stuhl“, das von einem P-Seminar des Gregor-Mendel-Gymnasiums organisiert und veranstaltet wurde. Die Schüler hatten mit Professor Hirzinger einen der bedeutendsten Wissenschaftler Bayerns eingeladen.

Prof. Hirzinger gehört u.a. zu den Pionieren der Weltraum-Robotik. Er war der erste Ingenieur und Wissenschaftler, der einen Roboter in den Weltraum geschickt und ihn von der Erde aus gesteuert hat. Obwohl er bereits 73 Jahre alt und schon länger im sogenannten Ruhestand ist, ist er weiterhin als Berater, Entwickler, aber auch als über Deutschland hinaus gern gesehener Gast unterwegs. „Morgen bin ich in Frankfurt“, erzählte er nach der Veranstaltung- da halte er einen Vortrag und die `Wirtschaftswoche´ werde ihn auch noch interviewen.

In seinem Vortrag berichtete er davon, wie sich die Robotik in Deutschland entwickelt und welchen Stellenwert sie in der Welt hat. „Deutschland spielt dort ganz vorne mit. An sich sind wir in der Robotik die ungekrönten Weltmeister.“ Das liege auch daran, dass in Deutschland in diesem Bereich die Ingenieurwissenschaften bestens miteinander kooperieren. „Hier brauchen wir Experten aus allen Bereichen der Elektronik, aus dem Maschinenbau. Wir brauchen Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung und aus den Anwendungsbereichen.“ Und diese Fachleute würden gerade in Deutschland am besten an einem Strang ziehen. In vielen Beispielen zeigte er, wie weit die Fähigkeiten von Robotern schon entwickelt sind: So gebe es nicht nur in der Automobilindustrie menschenleere Fertigungsstraßen, weil die meisten Arbeiten von Robotern übernommen werden. Auch in der Medizin- und Kommunikationstechnik werden immer mehr Roboter eingesetzt. So können Roboter das Skelett so stabilisieren, dass Gelähmte sich wieder eigenständig fortbewegen können; Hände können so nachgebildet werden, dass sie der echten Hand nicht nur ähnlich sehen, sondern sich auch ebenso anfühlen und bewegen. „Wir haben das einmal bei einem Astronauten angewendet. Die Maschine übertrug den Handdruck seiner Frau auf die Roboterhand auf der Raumstation. Der Mann war überglücklich.“ Filme von Robotern, die über Hindernisse kletterten, Bälle fingen und Salti schlugen rundeten den Vortrag ab.

Dass Professor Hirzinger vor den Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe des Gregor-Mendel-Gymnasiums sprach hatte einen einfachen Grund: Er selbst war dort Gymnasiast gewesen. „Aber die Schule hieß damals noch anders: Oberrealschule. Und es gab nur Jungs, keine Mädchen“ Er berichtet auch, dass er eine schöne Schulzeit gehabt habe, weil er auch ein guter Schüler gewesen sei. „Da hat Lernen richtig Spaß gemacht.“ Seine Frau habe er auch in dieser Zeit kennen gelernt: „Sie war an der Schwesternschule und wir haben zusammen den Tanzkurs gemacht.“

„Wir sind froh, dass ein so bedeutender Wissenschaftler unsere Schule besucht hat“, betonte Oberstudiendirektor Welnhofer zum Abschluss. „Und noch glücklicher sind wir darüber, dass er seine alte Schule nicht vergessen hat. Wie könnte er auch. Schließlich ist er einmal im Jahr zum Klassentreffen hier – am Berg.

Das P-Seminar „heißer Stuhl“ bereitet bereits die nächste Veranstaltung vor. Der Kursleiter, Studiendirektor Feja, verrät: „Noch im Frühjahr kommt Johannes Fischbach, der Deutsche Meister im Downhill-Fahren.“ Und wer darf zuhören? Wahrscheinlich sind diesmal die Kleinen dran.